 |
Naturschutzprojekte im Weingut Seiler
"Glücklich ist, wer inmitten der Natur lebt, sie
sieht, mit ihr spricht".
(Leo Tolstoi)
Kindheit zwischen Reben und Wald
Bereits in meiner frühen Kindheit begann ich mich für die Natur zu interessieren. Spannender als der Besuch des Kindergartens war es für mich, wenn ich meine Eltern bei ihrer Arbeit im Weinberg begleiten durfte. Da brauchte ich dann keine Spielsachen, ein ausgedientes Einweckglas reichte mir statt dessen völlig. Zur besseren Beobachtung packte ich da die Kleintiere hinein, die ich im Weinberg fand. Ich kann mich noch gut an meine ersten "Gäste" erinnern: 2 Erdeulenraupen und 3 Laufkäfer. Abends beobachtete ich noch meine Insekten im Glas und am nächsten Morgen galt ihnen wieder meine ganze Aufmerksamkeit: Die Laufkäfer waren putzmunter – aber eine der beiden Erdraupeneulen fehlte. Es musste eine logische Erklärung für das Verschwinden der Raupe aus dem verschlossenen Glas geben. So durchsuchte ich die Erde im Glas Krümel für Krümel, bis ich irgendwann die winzige, aber besonders harte Stirnplatte der Raupe fand. Da wurde mir schlagartig klar was über Nacht passiert war - die Laufkäfer hatten eine der Raupen aufgefressen! Dieses Schlüsselerlebnis war meine erste Lektion in Sachen Ökologie. Die Faszination, solche Zusammenhänge in der Natur zu entdecken und zu verstehen, hat mich bis heute nicht losgelassen.
 |
|
 |
| Feldhase |
|
Weissbindiges Wiesenvögelein, Charakterart der Naturschutzgebiete am Haardtrand |
Mein frühes Interesse für die Ökologie wurde für mich später zur Berufung. Als ich 1990 den elterlichen Betrieb übernahm, war die Betriebsumstellung der 8 ha Weinberge auf Ökolandbau nach Bioland-Richtlinien für mich die Verwirklichung eines Traumes. Mein Ziel ist es, den Nachweis zu führen, dass sich eine hohe Artenvielfalt in den Weinbergen auch wirtschaftlich positiv auswirken kann. Je vielfältiger das Leben im Weinberg ist, desto stabiler wird das ganze Ökosystem. Artenvielfalt in meinen Weinbergen bedeutet für mich auch mehr Lebensqualität, die Arbeit im Weinberg bereitet mehr Freude wenn es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt.
Maßnahmen zur Erhöhung der Artenvielfalt
- Ökologischer Anbau
- pflugloses Bodenpflegesystem
- Ökonischen im Weinberg
- spezielle Artenschutzprogramme
- extensive Beweidung von Streuobstwiesen mit Eseln
Ökologischer Anbau
Der Verzicht auf den Einsatz chemisch-synthetischer Spritzmittel und Herbizide führt schnell zu einer höheren Individuenzahl an Tieren im Weinberg und die Artenvielfalt steigt. Durch den Verzicht auf leicht lösliche Mineraldünger wachsen wieder vermehrt seltene, konkurrenzschwache Pflanzen im Weinberg und der Blütenreichtum nimmt zu.
Durch konsequenten ökologischen Anbau wird weniger Energie und sonstige Ressourcen verbraucht, das schütz Natur und Umwelt auch in anderen Teilen der Welt!
|
 |